Datum: 29. Oktober 2018 
Alarmzeit: 22:33 Uhr 
Art: Brandeinsatz 


Einsatzbericht:

Am Samstag den 27.10.2018 wurden um 15:22 Uhr die Feuerwehren Beierfeld, Schwarzenberg Hauptwache, Sachsenfeld und Heide zum Brand 4 Person in Gebäude nach Beierfeld alarmiert. Dort brannte es in einem großen leerstehenden Gebäude. Das Gebäude selbst ist von Dach bis Keller vermüllt.

Das HLF und StLF Beierfeld meldeten Anfahrt auf Sicht und über die Rettungsleitstelle Chemnitz wurden zusätzlich die Stadtteilfeuerwehren Grünhain und Waschleithe nachgefordert! (Bild 1)

Ein Zugang konnte nur im Haupteingang durch Kettensäge geschaffen, sämtliche andere Türen waren zu Schutzmaßnahmen zugemauert. Dennoch waren bereits 15:33 drei Trupps von Beierfeld unter schweren Atemschutz im Innenangriff. Zwei Trupps gingen mit Wärmebildkamera auf die Suche nach der Person, ein weiterer Trupp nahm die Brandbekämpfung im dritten Obergeschoss auf. Die Feuerwehr Schwarzenberg Hauptwache brachte die Drehleiter in Anleiterbereitschaft und stellte weitere Trupps unter PA bereit.

Zur taktischen Vorgehensweise: In Beierfeld übernimmt der Staffelführer den Abschnitt Innenangriff, daher ist der Staffelführerplatz gleich mit PA ausgerüstet. Während Einsatzleiter und Stadtwehrleiter Matthias Müller, den gesamten Einsatz leiten konnte, wurden so die Trupps im Inneren des Gebäudes so zielgerichtet koordiniert.

Obwohl der Angriffstrupp bereits 15:39 den ersten Brandherd abgelöscht hatte. Wurden zwei weitere Trupps zur Kontrolle ins Obergeschoss und Dachboden geordert. Das massive Treppenhaus und durch den Einsatz von Lüfter erleichterte das Vorgehen im Gebäude.

Person meldet sich an der Einsatzstelle. Der vermisste Obdachlose hatte sich an der Einsatzstelle gemeldet, somit wurde die Personensuche eingestellt.

Aufgrund der nicht nachlassenden Rauchentwicklung wurde ein zweiter Verteilter bis kurz unter die Rauchgrenze gezogen. Über die Drehleiter und im Innangriff wurden mit Hilfe von Rettungssägen Öffnungen in den Dielen und Gauben geschnitten. Jedoch kam man kaum an den Brandherd. Erst als eine Mauer zwischen zwei Gauben aufgeschnitten wurde, konnte man die Ursache erkennen. Hinter diesen Mauern waren früher offenbar Schornsteine oder Lüftungsschächte. So konnte sich das Feuer ungehindert über die Etagen bis in den Dachstuhl ausbreiten und die Pyrolysegase im Dach ausbreiten. Kurz nach der Öffnung erfolgte 16:23 die Durchzündung im Dachstuhl. Da aber die Trupps auf allen Etagen in Löschbereitschaft standen, konnte sofort die Brandbekämpfung mit jeweils einem C-Rohr, auch im Dachstuhl aufgenommen werden. So wurden die Brandherde schnell eingedämmt. (Bild 2)

Aufgrund der komplizierten Bauweise vom Dachstuhl entschied sich Einsatzleiter Matthias Müller in dieser Phase noch die Drehleiter von Aue und ein weiteres LF von Bernsbach zu alarmieren. Die beiden Feuerwehren sicherten dann den dritten Abschnitt im hinteren Gebäudeteil ab, falls es doch zu einem Durchbruch im Dachstuhl und der Turmspitze gekommen wäre. (Bild 3)

Bis ca. 17:20 erfolgten weiter punktuelle Öffnungen der Dachhaut und Zwischenböden. Die Hohldielen waren zum Teil mit Sägemehl zur Dämmung gefüllt, wodurch es immer wieder zu Schwelbränden kam.

Gegen 17:30 erfolgte eine Lagebesprechung über die weitere Vorgehensweise und die Herauslösung von ersten Einsatzkräften der Nachbarwehren. Fast zeitgleich wurde die Feuerwehr Sachsenfeld zu einem Folgeeinsatz alarmiert und wurde aus dem Einsatz herausgelöst.

Immer wieder wurden mit der Wärmebildkamera Glutnester in den Decken, Hohlräumen und Fußböden aufgespürt und abgelöscht. (Bild 4)

Um 19:30 erfolgte dann, bis auf die Brandwache,  für alle Einsatzkräfte der Befehl zum Abmarsch fertig.

Während der Brandwache kleinere Brandherde schnell abgelöscht. Lediglich 22 Uhr musste nochmals das HLF Beierfeld zur Unterstützung ausrücken. Die Brandwache blieb bis 24 Uhr an der Einsatzstelle. Diese wurde durch die Feuerwehr Beierfeld und Waschleithe in zwei Schichten übernommen. Das Objekt wurde dann an die Polizei übergeben.

Resümee: Mit einer straffen Einsatzleitung und durch einen massiven, aber gut koordinierten Innenangriff über drei C-Rohre und in Verbindung mit dem punktuellen Einsatz der Drehleiter, konnten die Einsatzkräfte eine Brandausdehnung und den Totalverlust vom Dachstuhl oder gar dem ganzen Gebäude verhindern. Durch die enge Bebauung in unmittelbarer Nähe, hätte dies unabsehbare Folgen nach sich gezogen. Insgesamt waren 108 Einsatzkräfte beteiligt. Es sind keine Verletzten zu beklagen. Ebenfalls positiv war die Unterstützung von Fleischer, Bäcker oder Privatpersonen bei der Einsatzverpflegung.

Im Einsatz waren die:

Feuerwehr Beierfeld mit HLF, StLF, ELW, Erkunder, MTW

Feuerwehr Grünhain mit LF 16/12, Dekon + Wechselbeladung Wasserversorgung

Feuerwehr Waschleithe mit TSF

Feuerwehr Schwarzberg Hauptwache mit DLK, TLF, ELW

Feuerwehr Sachsenfeld LF 8

Feuerwehr Heide LF 8

Feuerwehr Neuwelt LF 8

Feuerwehr Aue mit DLK und HLF

Feuerwehr Bernsbach mit TLF und LF

FTZ Gerätewagen Atemschutz

SEG Kreisverband

Bilder: André März, Feuerwehr Beierfeld, Grit Henkel
Bericht: Jörg Zimmermann